Adblue-Mangel

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Quelle: https://www.entraid.com/articles/enquete-penurie-adblue-yara

Veröffentlicht am 22. Oktober 2021 / Aktualisiert am 21. Oktober 2021 um 19:18

Autor: Pascal Bordeau

 

Müssen wir einen Mangel an AdBlue befürchten?
Wird uns in Europa aufgrund des aktuellen Drucks auf die Ammoniakproduktion das AdBlue für Fahrzeuge ausgehen? Dies jedenfalls bezieht sich ein italienisches Medium. Umfrage von Yara.

Am 17. September kündigte Yara an, seine Ammoniakproduktion in Europa um 40 % zu reduzieren. Das Preisniveau von Erdgas mindert die Rentabilität dieser Aktivität zu sehr. Die Gruppe nutzt auch die Gelegenheit, Wartungsarbeiten in ihren Fabriken durchzuführen. Für die Herstellung von AdBlue ist jedoch Ammoniak erforderlich, dieses umweltschädliche Additiv, das heute für viele Dieselmotoren unverzichtbar ist. Alles, was nötig war, war, Bedenken hinsichtlich seiner Verfügbarkeit zu äußern. Müssen wir also einen Mangel an AdBlue befürchten, wie dieser Artikel im Corriere Della Serra sagt?
Die berühmte blaue Kappe gibt Anlass zur Sorge.


YARA MOBILISIERT, UM JEDEN KNAPP AN ADBLUE ZU VERMEIDEN
Nicolas Broutin, CEO von Yara France, möchte in diesem Punkt beruhigen. „Unser Werk in Le Havre stellt ein ganzes Produktportfolio her, darunter auch AdBlue. Es ist in Produktion. Wir tun alles, um den Markt mit Hilfe unserer Partner-Distributoren wie Total weiterhin zu beliefern. Landwirte müssen sich keine Sorgen machen“.

Auf der anderen Seite wird der Preis für AdBlue ebenso wie für Düngemittel aufgrund des gleichen Gaspreisbooms steigen. Nicolas Broutin fährt fort: "Wir sind mobilisiert, um so viel AdBlue zu produzieren, wie die Düngemittel zur Verfügung stehen."

 

Quelle: https://www.terre-net.fr/marche-agricole/uree/engrais


Bullischer Ausreißer
Die
Gasgeißel und Chinas Abwesenheit auf der internationalen Bühne treiben die Harnstoffpreise auf historische Höchststände.

Der Düngemittelmarkt ist dem Rohstoffschub nicht entgangen und hat diese Woche wieder neue historische Rekorde international verzeichnet. Da die Gaspreise auf dem höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt waren, wurden mehrere Ammonitrat- und Harnstoff-Produktionslinien in Westeuropa stillgelegt, was die Spannungen auf dem Gemeinschaftsmarkt verstärkte.

Die amerikanische Verfügbarkeit ist ebenfalls extrem gering. Lokale Fabriken haben Schwierigkeiten, die Produktion wieder aufzunehmen, um die Lagerbestände wieder aufzubauen, nachdem Hurrikan Ida die Produktion in Louisiana Ende August - Anfang September zum Stillstand gebracht hat. Das chinesische Angebot bleibt seinerseits aufgrund politischer Zwänge, die den Absatz der Hersteller auf dem heimischen Markt fördern sollen, sehr wenig international.

Beeinflusst von den explodierenden Gaspreisen und Energiequoten Pekings leiden auch die Fabriken im Reich der Mitte unter stark reduzierter Produktion. Umgekehrt ist die europäische Nachfrage unverändert stark. Die brasilianischen Importeure sind vor vierzehn Tagen noch auf dem Rückzug und haben sich damit abgefunden, wieder ins Geschäft zu kommen, um ihren Bedarf zu decken.

Auch Ägypten nutzte diesen Panikeffekt bei den Käufern, um im September Harnstoff zu extrem hohen Preisen zu vermarkten. Anzumerken ist auch, dass die jüngste indische Ausschreibung erst mit dem Kauf von 732 kt abgeschlossen wurde. Indien bleibt daher mit seinen Absicherungen zurück und wird voraussichtlich bis zum Jahresende mehr als 4 Mio. t importieren.

Quelle : ziegelmayer.de

11.10.2021

ADBLUE - DRAMATISCHE ENTWICKLUNG AM BESCHAFFUNGSMARKT
 

Führt der Mangel an der Harnstofflösung zum wirtschaftlichen Stillstand?

 

AdBlue®️ wird bei Fahrzeugen mit SCR-Systemen zur Reduzierung der Stickstoffoxidemissionen vor einem speziellen Katalysator eingesetzt - davon sind Dieselmotoren von Straßen- und Schienenfahrzeugen betroffen. Unzählige PKW und LKW rollen täglich auf unseren Straßen, wird kein AdBlue®️ mehr nachgefüllt, bleibt das Fahrzeug liegen, der Motor lässt sich nicht mehr starten.

AdBlue®️ schien unendlich verfügbar zu sein, die Preisspirale im Bezug drehte sich in den letzten Jahren immer weiter nach unten, doch seit einigen Wochen ist ein stetiger Preisanstieg zu verzeichnen, so wie bei fast allen Verbrauchsgegenständen des täglichen Lebens.

Seit dem 10.10.2021 hat eine Presseinformation der Stickstoffwerke Prisdorf für eine dramatische Bezugssituation von AdBlue®️ geführt, der Bezugspreis hat sich mehr als verdoppelt, aber nicht der Preis, sondern die Verfügbarkeit sind jetzt die große Herausforderung.

SKW drosselt die Ammoniakproduktion um und 20% und reagiert damit auf die zuspitzende Entwicklung des Gaspreises, SKW zählt zu den größten AdBlue®️-Produzenten. SKW folgt mit der Ammoniakproduktionsdrosselung vielen anderen Produzenten wie der BASF und der YARA, die infolge des unrentablen Gaspreises europaweit ihre Produktion gänzlich oder auf unbestimmte Zeit eingestellt haben.

Somit ist an vielen Standorten in Europa kein UREA mehr verfügbar, der Grundstoff für die Herstellung von AdBlue®️. In Osteuropa und in Österreich können bereits zahlreiche Lieferanten nicht mehr liefern, da keine ausreichenden Mengen der begehrten Harnstofflösung vorhanden sind. Einige Lieferanten haben Force Majeure ausgerufen - den Begriff gibt es im deutschen Recht gar nicht.

Sollte sich die Beschaffungsproblematik beim AdBlue®️ weiter zuspitzen, wird die Harnstofflösung für massive Störungen im Lieferverkehr sorgen.